Rückhaltebecken Krems-Au

Der Standort des Projektes befindet sich in den Gemeindegebieten von Nussbach und Wartberg an der Krems, ca. 1 km flussauf des Ortszentrums von Wartberg am oberen Ende der in den siebziger Jahren regulierten Krems.

Projektziel ist es, für die Ortschaften Wartberg und Kremsmünster ein 100-jährliches Hochwasser schadlos (für Wohn- und Betriebsobjekte) ableiten zu können. Gemäß hydraulischer Berechnungen gelingt es mit dem Speicher Krems-Au, 100-jährliche Kremshochwässer in der Ortschaft Wartberg an der Krems von 150 auf rund 60 m³/s, somit um 90 m³/s zu dämpfen.

Anlageverhältnisse generell

Die Einstaufläche des Beckens beträgt bei Vollfüllung des Beckens (ca. HW100) bis zur Überlaufkante rund 100 ha. Der Retentionsdamm verläuft von West nach Ost und im weiteren Verlauf nach Süden, besitzt eine Länge von rund 1.870 m und reicht von der Ortschaft Pimminghof/Gemeinde Wartberg an der Krems bis zum Naturschutzgebiet Kremsau/Gemeinde Nussbach. Die Krems bildet die Gemeindegrenze.

Die Dammkrone liegt auf 388,30 m ü.A. und schließt damit an die Siedlung Pimminghof im Westen und an bestehende Wege im Süden an. Die Talsohle liegt auf ca. 379,00 m ü.A. und ist etwa 200 m breit.

Im Anschluss an das westliche Ende des Dammbauwerks wird die Gelände­anhebung Pimminghof in etwa auf Höhe des SHQ errichtet. Den Abschluss zur Hochwasserentlastungsanlage bildet eine Stahlbeton-Mauer auf Höhe der Dammkrone mit 388,30 m ü.A.

Die Oberkante der Hochwasserentlastung (Überlaufsektion) liegt auf Kote 386,40 m ü.A., somit um 1,90 m tiefer als die Dammkrone. Beim Bemessungshochwasser BHQ (statistisch 5.000-jährliches Ereignis) verbleibt ein Freibord von 120 cm, beim Sicherheitshochwasser SHQ (10.000-jährliches Ereignis) 110 cm. Die Breite der Überlaufsektion beträgt rd. 200 m, sie wird durch einen 2-lagigen Steinwurf mit Wasserbausteinen gesichert.

Die Drosselanlage wird regelbar mit 2 Gleitschützen mit einer Breite von jeweils 4 m und einer Öffnungshöhe von maximal 3,20 m ausgeführt. Unterhalb des orografisch rechten Schützens verbleibt bei geschlossenem Schütz ein Abflussquerschnitt von 2,85 m x 0,85 m. Die Schütze sind im Regelfall voll geöffnet und wird nur im Falle von Hochwässern, die das Kremstal gefährden, geschlossen.

Beim Grundablass Hoisenbach wird der Hoisenbach im Normalfall in das Becken geleitet. Im Betriebsfall des Beckens wird im Durchlass ein Schieber geschlossen und das Wasser des Hoisenbaches über die Flutmulde Hoisenbach in das Unterwasser der Krems geleitet.

Die unbelichtete Strecke des Grundablasses beträgt 15 m. Die Einlaufsohle des Bauwerks liegt auf 380,54, die Auslaufsohle auf 380,26 m ü.A. Das Gefälle des Grundablasses beträgt 0,5 %. Für die ökologische Passierbarkeit sind beidseitig Bermen mit 0,5 m Breite angeordnet (für Amphibien). Als Strukturierung der Niederwasserrinne werden wechselseitige Steinbuhnen in die Sohle integriert, wodurch sich eine wechselnde Niederwasserrinne ausbilden soll. Die Wassertiefe beträgt bei Mittelwasser rund 0,5 m.

Der Damm wird als reines Erdbauwerk mit einem zentralen Dichtkern, gewonnen aus im Beckenbereich abgebautem Schluff/Ton sowie einem wasser- und luftseitigen Stützkörper ausgeführt. Die wasserseitigen Böschungsneigungen betragen generell 1:3, wobei diese jedoch, insbesondere im südlichen (orografisch rechten) Bereich, variabel ausgeführt werden und der statisch erforderliche Querschnitt (1:3) abschnittsweise aus geländegestalterischen Gründen überschüttet wird. Die gesamte Dammkubatur beträgt ca. 366.000 m³, wobei maximal 332.000 m³ im Beckennahbereich gewonnen werden können und der Rest von 34.000 m³ (Kiese, Wasserbausteine, Beton) zugeführt werden muss.

Fotos vom Besuch von LR Stefan Kaineder auf der Baustelle am 10.8.2022 anlässlich „20 Jahre Hochwasser 2002“ sehen Sie weiter unten in der Galerie

Zu sehen:
LR Stefan Kaineder, SWV-Obmann Bgm. Franz Karlhuber, Bgm. Gerhard Gebeshuber, AL DI Daniela König, DI Wilhelm Somogyi – Staatliche Bauaufsicht, DI Norbert Mayr – T&M, Ella Baier – Praktikantin T&M

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