Hochwasserschutz Kehrbach

Der geknechtete fordert sein Recht

Hochwasserschutzmaßnahmen Kehrbach

Der Kehrbach hat kein leichtes Leben: Kaum entsprungen in einem Tal nördlich des Schlosses Parz wurde er verrohrt, sein Wasser zur Speisung mehrerer Teiche, unter anderem für das Wasserschloss Parz,  verwendet, er selber künstlich an den Talrand verlegt, und nachdem er aus seinem engen Tal kommend in das flache Trattnachtal eintrat, war er der Landesstraße, Eisenbahn, Gehöften, der Industrie und der Bundesstraße lästig, wurde eher stiefmütterlich behandelt und in ein schmales begradigtes Korsett gepresst, wo er möglichst ohne weiter aufzufallen, an der Grenze zwischen Schlüßlberg und Grieskirchen in die Trattnach müden soll.

Erkenntnisse aus dem Gefahrenzonenplan Trattnachtal 2017 sowie wiederkehrende Überschwemmungen erforderten aber nun doch etwas mehr Aufmerksamkeit und im Bereich des Eintritts des Gewässers in das Trattnachtal bis zur Mündung in die Trattnach auf ca. 1 km Länge die Planung von Maßnahmen bis zu einem 100-jährlichen Hochwasserschutz des umgebenden bebauten Geländes.

Nach einer ausführlichen Vorstudie fiel die Entscheidung auf die Errichtung eines Rückhaltebeckens in einer ehemaligen Teicheintiefung im oberen Teil des Bearbeitungsgebietes kombiniert mit Linearmaßnahmen, die den Drosselabfluss schadlos bis in die Trattnach ableiten werden. Direkt vor der Mündung wurde, um die Fischpassierbarkeit zwischen Kehrbach und Trattnach  zu ermöglichen, ein hart verbautes Teilstück zu einem Fischaufstieg umgeplant, Sohlstufen bis zum Becken wurden aufgelöst.

Das Rückhaltebecken wurde im Nebenschluss geplant. Durch ein Bauwerk quer zum Kehrbach (Stahlbetonmauer mit Durchlassöffnung) wird das Bachbett abgesperrt. Über ein vor der Durchlass­öffnung situiertes Drosselbauwerk mit schwimmergesteuerter Drosseleinrichtung, wird die ankommende Wassermenge von 8,5 m³/s (HQ100) auf 2,8 m³/s im Kehrbach gedrosselt. Der Überlauf erfolgt in das Becken.

Die in Teilstücken notwendige Gerinneaufweitung zur Ertüchtigung des Abflussquerschnittes flussab des Beckens, wurde möglichst naturnah geplant, ein stark verbauter Teilbereich konnte nur durch den Austausch der bereits bestehenden Verrohrung auf einen Rechteckdurchlass angepasst werden.

Im August 2021 war die damalige Bundesministerin Elisabeth Köstinger bei unserem Hochwasserschutzprojekt zur Besichtigung.
https://www.meinbezirk.at/grieskirchen-eferding/c-lokales/bundesministerin-koestinger-besichtigte-kehrbach-projekt_a4842367
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/239398.htm
https://info.bml.gv.at/service/presse/wasser/2021/hochwasserschutz-kehrbach.html
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210826_OTS0011/koestinger-hochwasserschutzprojekt-kehrbach-ist-investition-in-die-zukunft-bild

Zurück zur Übersicht